„Steht auf und denkt Euch frei. Verlasst die hier vorherrschenden Eigenschaften“, so heißt es in der Inszenierung „IKARIA – Träume der Freiheit“ in dessen Rahmen sich Projektleiterin Elissavet Hasse, Regisseur Karlheinz Angemeyer und Schauspielerin Elisabeth Pleß einem besonderen Projekt angenommen haben. Angelehnt an die griechische Mythologie „Ikarus und Dädalus“ entwickeln sie gemeinsam mit einer Gruppe von 21 Inhaftierten der JVA Köln eine Performance, in der die Teilnehmer/innen ihre Vorstellungen und Träume der Freiheit zu lebendigen Bildern erwecken. In intensiven Proben entfalten die Künstler und die überwiegend jugendlichen Teilnehmer/innen gemeinsam ein Abbild ihrer Vorstellungen zum Thema Freiheit. Das Wechselspiel zwischen persönlichen Gedanken und Texten der Inhaftierten, chorischen Elementen und der ursprünglichen Erzählung von „Ikarus und Dädalus“ macht das in der JVA Köln stattfindende koedukative Projekt zu einer sehenswerten Mischung.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt liegen neun Einzelproben und eine intensive Blockwoche hinter den Teilnehmern/innen, in denen sie durch zahlreiche theaterpraktische Sprach-und Körperübungen ein Gefühl für die Bühne, ihre Emotionen und ihren Körper entwickelt haben. Die Teilnehmer/innen beweisen zudem eine von Probe zu Probe anwachsende Spielfreude und profitieren nach eigenen Angaben von den Übungen:

„Man lernt hier etwas. Etwas, das man auch draußen und nach Ablauf der Probenzeit gebrauchen kann.“

Deutlich zu beobachten ist zudem eine Änderung der Perspektive der Inhaftierten auf das Projekt. Stellte das Theaterprojekt für viele Teilnehmer/innen zu Beginn der Probenzeit eine Abwechslung zum Alltag in der JVA dar, so nehmen sie die Arbeit an der Inszenierung zunehmend ernster. In den Inhaftierten scheint eine Art Ehrgeiz und Engagement für das Projekt entfacht zu sein, die sie auch an intensiven/ langen Probentagen vorantreibt und begeistert teilnehmen lässt. Sie entwickeln eigene Ideen, bringen diese ein und identifizieren sich nach 10 Wochen intensiver Probenzeit mit dem Projekt. So sagt einer der inhaftierten Projektteilnehmer:

„Mir ist es wichtig bis zum Ende dabei zu sein. Ich möchte wissen wie die Inszenierung bei den Zuschauern ankommt und wie es sich anfühlt auf der Bühne zu stehen.“

 

Am 22. Mai ist die Premiere von IKARIA. Infos zu weiteren Aufführungsterminen und Tickets zur Veranstaltung gibt es hier.