Wenn ich im Freundeskreis erzähle das ich an einem Theaterstück mitwirke, ernte ich Unglaube. Bis vor ein paar Wochen hätte ich mir selbst einen Vogel gezeigt, du doch nicht!

Als ich in der Tageszeitung darüber las, dachte ich bei mir: „Was für eine alberne Idee. Soll jetzt, nachdem die Politik versagt hat, die Kultur den Stab übernehmen?“  Dennoch war ich neugierig und nachdem Barbara (Anm. der Redaktion: Barbara Wachendorff, Regisseurin) mir das Projekt vorstellte, war ich Feuer und Flamme. Das Team, alle Mitstreiter sind einfach Klasse. Es ist echt ergreifend, wenn du über deine Krankheit sprichst und das Thema anschließend Teil eines Theaterstücks ist. Die Textbearbeitung und der Umgang mit meiner Geschichte vollzieht sich immer mit viel Herz, aber ohne Mitleid. So will ich es und wahrscheinlich jeder andere Kranke auch. Unsere jungen Schauspieler gehen sehr sensibel und professionell mit Krankheit, Transplantation und Tod um. Nicht das übliche: „ Oh Gott, du Armer“, sondern echtes Interesse. Also bisher alles Klasse, es macht viel Spaß, nette Menschen…..

Aber es gibt einen Pferdefuß: die Proben finden im dritten Stock des FWT (Anm. der Redaktion: Freies Werkstatt Theater) in der Südstadt statt. Nachdem ich ein kleines Stadtgrundstück am Straßenrand mit Parkgeld vergolde, die halbe Südstadt durchwandere, schnaufe ich durch ein nicht endendes Treppenhaus. Unterwegs bete ich oft, dass ich zumindest bis zum Premierentermin durchhalte, bevor ich im Treppenhaus zwischen zweiter und dritter Etage mit einem Herzkasper umfalle.

Aber auch hier gilt, Übung kann helfen.

Gerhard Häck über die Proben von „Staying Alive“  im FWT, Köln

 

(Bildnachweis (c) MEYER ORIGINALS)

 

Weitere Infos und Tickets zu „Staying Alive“ gibt es hier.