Asch

Liebe Festivalbesucherinnen und -besucher,

auch in diesem Jahr greift das Sommerblut Kulturfestival wieder hochaktuelle Themen auf. Mit dem diesjährigen Schwerpunkt Flucht setzt es sich mit einer Lebensrealität auseinander, die immer mehr Menschen betrifft. Weltweit sind dreiundsiebzig Millionen Menschen auf der Flucht aus ihrem Heimatland. Jeder hundertste Mensch musste damit seinen Wohnort verlassen. Sie fliehen vor Krieg und Gewalt, aber auch zunehmend vor den Folgen von Umweltkatastrophen wie Dürre und Überschwemmungen in Folge des Klimawandels. Das Schicksal von Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, aus ihren vertrauten Bezügen herausgerissen werden, und sich in einer fremden, oftmals feindseligen neuen Umgebung und Sprache zurechtfinden müssen, wird in diesem Festivaljahr in vielfältigster Form künstlerisch verarbeitet und zum Sprechen gebracht. In den verschiedensten Ausdrucksformen der Kunst wird das brisante und aktuelle Thema aufgegriffen und über alle Genregrenzen hinweg dargestellt. Flucht im Theater, in der Musik, im Tanz, in der Literatur, im Film – Flucht im Kontext von Werten, Traditionen und Lebensformen. Und auch der positive Aspekt von Flucht bekommt seinen Raum. Exodus, das ist auch der Aufbruch aus alten, erstarrten Lebensformen und einengenden Rollenmustern, die Chance zum Neuanfang und neuer Lebendigkeit.

Viele Veranstaltungen widmen sich in diesem Jahr auch dem Thema Inklusion. Jeder Mensch hat das Recht auf Teilhabe in allen Lebensbereichen unserer Gesellschaft. Menschen mit Behinderung sind ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft und gehören überall dazu. Sommerblut füllt diesen Gedanken auf künstlerische Weise mit Leben und zeigt in Theaterstücken, Tanzperformances, Filmvorführungen und der einmaligen Ausstellung „Art Blind“ wie Inklusion gelingen kann.

Ein besonderer Höhepunkt wird die Premiere von „Staying Alive“ sein. Das Theaterstück beschäftigt sich mit den vielen Facetten der Organspende, welche in unserer Gesellschaft aktuell sehr kontrovers diskutiert werden. Viele weitere Programmpunkte beleuchten darüber hinaus die Problematik und die Lebenswelten der von Organspende betroffenen Menschen in beeindruckender Weise.

Der Festivalleiter Rolf Emmerich und die in diesem Jahr neu dazugekommene künstlerische Leiterin Hiltrud Cordes haben auch in diesem Jahr ein anspruchsvolles und hochprofessionelles Programm ausgewählt, das seine Themen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet und damit das Publikum zu neuen Sichtweisen und zu einem Perspektivwechsel einlädt. Herzlichen Dank für ihre engagierte Arbeit!

Danke auch an alle UnterstützerInnen und SponsorInnen, die das Festival möglich machen!

Dem Sommerblut Kulturfestival 2013 wünsche ich viele ZuschauerInnen und BesucherInnen, die sich von dem Programm begeistern lassen.

Ihre Andrea Asch (MdL), Vorsitzende des Vorstands des Sommerblut Kulturfestival e.V.

 

Ute Schäfer

Sehr geehrtes Festivalpublikum!

Sommerblut nennt sich das „Festival der Multipolarkultur“. Auf der einen Seite will es polarisieren. Auf der anderen Seite will es verbinden, was sich sonst nicht verbindet. Sommerblut lädt ein zu einem Blick über Grenzen, seien es reale, fiktive oder emotionale. Gegensätzliche gesellschaftliche, soziale und politische Standpunkte und Identitäten treten in einen Dialog.

Ich schätze diesen mutigen und spartenübergreifenden Ansatz. Er bringt die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Die kulturelle Teilhabe Aller ist für die Landesregierung Nordrhein-Westfalen ein zentrales Ziel und Sommerblut trägt durch seine vielfältigen Angebote dazu bei.

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen fördert im Rahmen des diesjährigen Festivals insbesondere Produktionen und Gastspiele zum Schwerpunktthema Flucht. Welche Umstände treiben Menschen in die Flucht und was bedeutet es, auf der Flucht zu sein und seine Heimat zu verlieren? In den verschiedensten Ausdrucksformen der Kunst wird das brisante und aktuelle Thema aufgegriffen und über alle Genregrenzen hinweg dargestellt. So wird die Tanzproduktion „Open for Everything“ von Constanza Macras Ensemble DorkyPark die Lebenswelt der Roma auf die Bühne bringen. Oder beispielsweise „In Motion“, eine Koproduktion der iranischen Tänzerin und Choreografin Modjgan Hashemian & Kultursprünge e.V., die die Flucht eines iranischen Tänzers nach Deutschland aufgreift.

Ich wünsche Ihnen spannende Festivalerlebnisse und Einblicke in ein vielfach unbekanntes Terrain!

Ihre Ute Schäfer, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

 

 

Berdehorst

Sehr geehrtes Festivalpublikum,

das diesjährige Festival rückt mit dem Themenschwerpunkt Flucht Menschen in den Mittelpunkt, die zu uns gekommen sind, weil sie in ihrem Herkunftsland z.B. wegen ihrer Überzeugungen, wegen ihres Glaubens oder aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt wurden, oder weil ein Bürgerkrieg ihr Lebensumfeld zu einem
Trümmerhaufen verwandelt hat. Niemand von ihnen hat die Heimat gern verlassen.

Der Beginn eines neuen Lebens bei uns – in Köln, in Nordrhein-Westfalen – ist für sie häufig schwer. Verschieden ist die Mentalität der neuen Nachbarn, neue soziale Netze wachsen erst langsam und die wirtschaftliche Zukunft ist oft ungewiss. Wir wünschen uns von allen Beteiligten eine Willkommenskultur die den Flüchtlingen hilft, mit professioneller und bürgerschaftlicher Hilfe den Neustart zu erleichtern.

Ich freue mich daher, dass das diesjährige Festival mit einer Vielzahl von Aktivitäten, Diskursen und Begegnungen eine kulturelle Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen, den Folgen und mit den persönlichen Chancen von Flucht und Neuanfang macht. Ich hoffe, dass sich viele Flüchtlinge in das Festival einbringen und sie merken, sie sind in Köln willkommen.

Ich wünsche allen Veranstaltungen ein begeistertes Publikum, viele Anregungen für ein gelingendes Miteinander, neue kulturelle Brücken und nicht zuletzt: Spaß und Genuss.

Ihre Marlis Bredehorst, Staatssekretärin im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen


Georgi

Liebe Festival-Freunde und Besucher,

der Titel „Sommerblut“ lässt uns aufhorchen: In seiner Mischung aus Poesie und Irritation überrascht er und macht uns neugierig. Genau das ist auch das Anliegen des „Festivals der Multipolarkultur“, mit dem die Veranstalter seit 2002 die nordrhein-westfälische Kulturlandschaft bereichern: Die Macher wollen Sehgewohnheiten hinterfragen, Grenzen zwischen Genres und Akteuren aufheben und so neue Perspektiven ermöglichen. Menschen mit und ohne Behinderung stehen nicht nur gemeinsam auf der Bühne oder präsentieren ihre Kunstwerke, sie arbeiten auch gemeinsam an der Festivalorganisation mit. Dieser inklusive Gedanke verknüpft mit einem hohen Qualitätsanspruch macht dieses Programm so einmalig. Und dies ist auch der Grund dafür, dass die Aktion Mensch die Veranstaltung bereits seit vielen Jahren unterstützt. Unser besonderes Anliegen ist es, das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung zu fördern. Mit kulturellen Angeboten gelingt das unserer Erfahrung nach besonders gut, weil sich individuelle Fähigkeiten hier hervorragend ergänzen und Vielfalt zu fruchtbaren kreativen Ergebnissen führt. Von diesen neuen Blickwinkeln, die uns „Sommerblut“ eröffnet, profitieren wir alle: Wenn zum Beispiel blinde Künstler ihre Werke präsentieren, lernen wir viel über unsere Wahrnehmung von Kunst und darüber, dass wir sie auch fühlend und hörend erfahren können. Die Ausstellung ist für jeden erlebbar: barrierefrei und inklusiv.

Ich wünsche dem innovativen und bewegenden „Sommerblut“-Programm großes Besucherinteresse und viel Erfolg!

Ihr Martin Georgi, Vorstand der Aktion Mensch