Zum zwölften Mal findet dieses Jahr das Sommerblut Kulturfestival statt. Vom 9. bis 26. Mai bietet das Festival den Menschen aus Köln, der Region und der ganzen Welt ein alternatives und genreübergreifendes Kulturprogramm. Schwerpunkt in diesem Jahr ist das Thema Flucht. In den verschiedensten Ausdrucksformen der Kunst wird das brisante und aktuelle Thema aufgegriffen und über alle Genregrenzen hinweg dargestellt. Sommerblut hat ein Programm ausgewählt, welches das Thema Flucht aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet und damit das Publikum zu einem Perspektivwechsel einlädt.

Das Eröffnungsprogramm zeigt die gesamte Bandbreite von Sommerblut und gibt einen Vorgeschmack auf ein vielfältiges, zugespitztes und differenziertes Festival. „Die Süßen Frauen“ des inklusiven Blaumeier-Ateliers aus Bremen sind zu Gast in Köln. Sie zeigen die Kunst der Verführung mit Naschwerk und tiefsinnigen Tiraden über die süßen und bitteren Fragen des Lebens. Mit seinem Figurentheater „Garten der Lüste“ zeigt der Schauspieler und Puppenbauer Marc Schnittger eine fantastische Kombination aus Figurentheater, Schauspiel und Klangwelt und entwickelt damit ein sinnlich-spektakuläres Panorama menschlicher Sehnsüchte. Die in Köln lebende israelische Choreographin Reut Shemesh hat eigens für diesen Abend ein Tanzstück entwickelt. Mit einer Frauengruppe des Begegnungszentrums Chorweiler der Synagogen-Gemeinde Köln hat sie das Thema Alter erkundet. In „Melting Time“ zeigen sie, dass der Lauf der Zeit zwar nicht aufzuhalten ist, aber auch kein Grund sein muss, den Mut zu verlieren. Der Neue Zirkus Atemzug stellt aus seinem Repertoire „Feedback Schleifen“ ein magisches Bewegungskunstwerk aus zeitgenössischem Tanz, Theater, Artistik und Live-Musik dar. Das Feedback des Publikums wird dabei als Teil der Performance mit einbezogen. Die Tanzmoto Dance Company zeigt in der inklusiven Tanzperformance „On a roll“, wie der Rollstuhl zum Instrument wird und sich die besondere Körperlichkeit zum individuellen Ausdruck wandelt. Im Dialog der unterschiedlichsten Darsteller entsteht eine neue Sprache, eine Poesie und eine neue Art von Tanz. Musikalisch führt „Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre“ aus der Revue „Tanztee – Fünf vor Zwölf“ ins Deutschland von 1933. Mit Deutschen Schlagern zeichnen die Sängerin und Cellistin Aglaja Camphausen und der Pianist Ulrich van der Schoor das musikalische Stimmungsbild einer Zeit der politischen Willkür, die von Flucht und Vertreibung geprägt war. Zur Festivaleröffnung beginnt auch die Ausstellung „Reise ins Licht“ von Birgit Rüberg. Die Installation zeigt original Schwimmwesten, die mit Sprichwörtern und comicartigen Zeichnungen bestickt sind. Die Kombination hinterfragt die Kontexte von Heimat, Flucht und globaler Migration.
Der Eröffnungsabend wird moderiert von der Jazz-Musikerin und Sängerin Adrienne Morgan Hammond.

Die Veranstaltung wird vom Gebärdensprachdolmetscher Marco Gonzalez übersetzt.